Email mit „Domain availability notice“ – was tun?

Wenn man ein paar Domains besitzt, bekommt man hin und wieder Emails mit der Betreffzeile „Domain X availability notice“. Manchmal steht auch einfach nur der Domainname „Domain X“ in der Betreffzeile, und der Absender lautet zum Beispiel „Domain Available Info“. Und manchmal bekommt man sogar gleich von mehreren Diensten ähnlcihe Emails zugeschickt.

Dabei bezieht sich „Domain X“ meistens auf einen Domainnamen, der einem irgendwie bekannt vorkommt – der einem Domainnamen ähnelt, den man selbst in der Sammlung hat. Häufig Domains mit alternativer Endung angeboten. Zum Beispiel wird einem nahegelegt, dass doch „cpu20.com“ gut zu „cpu20.de“ passen würde.  Was tun?

“ I just wanted to let you know that domain CPU20.COM is now available again and we are brokering the sale. Since you have a related domain name we thought you might have some interest in this one? „

Bei diesen Diensten handelt es sich in der Regel um professionelle Domain-Händler, die gerne auch mal als „Domain-Grabber“ bezeichnet werden.

Was machen Domain-Grabber? Dürfen die das?

Grundsätzlich sollten Domains eigentlich nur von Personen und Firmen registriert werden, die ein direktes Interesse an der jeweiligen Domain haben. So steht es zumindest in den Richtlinien des Internic – der zentralen Registrierungsstelle für Domainnamen. Trotzdem reservieren Domain-Grabber und Domain-Händler gerne manchmal hunderte oder sogar tausende Domains, um diese eventuell gewinnbringend zu veräßern. Rechtlich bewegen sie sich damit meines Wissens nach in einer Grauzone. Praktisch kann man dagegen aber kaum etwas tun.

Häufig fangen Domain-Grabber abgelaufene Domains auf. Wenn eine Domain aufgegeben und somit wieder frei wird, kann sie theoretisch jeder neu registrieren. In der Praxis wird aber ein Großteil der freiwerdenden Domains inzwischen von solchen Domain-Grabbern abgegriffen.

Was kann man tun?

Es ergeben sich eigentlich die folgenden drei Möglichkeiten:

  1. Domain-Grabber beauftragen
    Man möchte die angebotene Domain übernehmen und beauftragt einen solchen Dienst mit der Übernahme. Je nach Dienst und je nach Domain wird dann eine bestimme Gebühr fällig. In der Regel bewegen sich die Kosten zwischen 100 und 200 Dollar – es kann aber auch teurer werden.
  2. Domain selber registrieren
    Man kann natürlich darauf hoffen, dass man schneller ist, als die Domain-Grabber. Das wird technisch aber kaum möglich sein. Insofern bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass die Domain-Grabber die Domain zwar anbieten, aber ohne feste Zusage nicht tätig werden und die Domain somit fallengelassen und letztendlich frei registrierbar wird. Das kann klappen, aber man sollte sich nicht darauf verlassen.
  3. Alternative Domain registrieren
    Man sucht sich einfach eine alternative Domain und registriet diese. Zunächst kann das etwas frustrierend sein, da sich der angebotene Domainname vielleicht schon als ‚Gute Wahl‘ ins Gedächtnis gebrannt hat. Aber letztendlich ist die Registrierung einer alternativen Domain nicht wirklich von Nachteil. Schließlich kommt es beim Erfolg einer Webseite am Ende auf sehr viel mehr an, als *nur* auf den optimalen Domainnamen. Und man kann sich rühmen, die Domain-Grabber nicht gefüttert zu haben. Schließlich funktioniert dieses etwas fragwürdige Business nur dann, wenn immer wieder genug Leute bereit sind, für deren Dienste zu bezahlen.

Update: In einem aktuellen Fall hat sich die Geduld bezahlt gemacht. Ich habe einfach stillgehalten, nicht auf die Emails reagiert, keinen Link angeklickt. Stattdessen habe ich regelmäßig nachgesehen, ob die Domain frei ist – und schließlich war sie frei und ich konnte sie ohne zusätzliche Kosten und ohne Zwischenhändler registrieren.

 

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